Interview mit JSG-Chefin Kerstin Nolte

Kurzvorstellung: 

Mein Name ist Kerstin Nolte, ich bin 49 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Söhne. Vom Beruf bin ich dipl. Pädagogin, meine Passion ist Sport vor allem wenn die Gemeinschaft im Vordergrund steht.

Frage: Wie lange bist du jetzt schon Trainer/Jugendleiter?

Kerstin: Muss ich überlegen, seit 10 Jahren mindestens im Bereich Handball, davor im Bereich Fitness, teilweise auch beruflich.

Frage: Du hast im Jahr 2009 gemeinsam mit Daniel die JSG gegründet, wie kam es dazu?

Kerstin: Ich kenne Daniel schon, seit er ein kleiner Junge war. Fußball, Handball, Tennis über den Sport waren wir damals schon verbunden. Als wir dann beide eine Kindermannschaft, Daniel eine E-Jugend beim TVG, ich eine E-Jugend bei der TSG im Handball trainierten und beide um den Nachwuchs bangten, beschlossen wir, eine Spielgemeinschaft anzustreben, um gemeinsam den Jugendhandball in Bad Homburg wieder groß zu etablieren. Ohne den Zusammenschluss hätte jeder der beiden Stammvereine Schwierigkeiten gehabt, eine Jugendabteilung zu stellen.

Frage: War es schwierig TVG und TSG zu überzeugen eine Spielgemeinschaft einzugehen?

Kerstin: Im Grunde nicht. Daniel und ich erarbeiteten im Vorfeld ein möglichst wasserfestes Konzept und boten direkt die komplette Organisation und Verwaltung an. So konnten sich beide Vereine ohne zusätzliche Arbeit einlassen und schließlich vom Nachwuchs profitieren.

Frage: Ihr seid damals mit drei Jugendteams (einer männlichen C-, D- und E-Jugend) gestartet. Wie ist es jetzt um die Jugend bestellt, welche Teams gibt es?

Kerstin: Deutlich mehr. Wir sind stetig gewachsen und haben letzte Saison über 100 aktiv spielende Kinder- und Jugendliche der JSG zuordnen können. Die Saison 20/21 bestreiten neun Mannschaften (Minis, 2x E, 2x D, 2x C, wD, wC). Durch die Möglichkeit des Gastspielrechts (Erkl. Spieler können ohne den Verein zu wechseln in einem anderen Team spielen) konnten wir seit zwei Jahren eine konstruktive Zusammenarbeit mit der TuS Nieder-Eschbach erreichen, sodass unsere B- und A-Jugendspieler diese Saison in deren Mannschaften spielen können.

Frage: Wie gelingt es Euch den ganzen Arbeitsaufwand zu stemmen?

Kerstin: Das ist teilweise wirklich eine echte Herausforderung und erfordert viel Toleranz unserer Familien. Vor allem, da Daniel und ich nicht alles alleine stemmen/entscheiden wollen, sind wir hier auf die Zu- und Mitarbeit unserer Trainer angewiesen. Diese werden in alles mit einbezogen, dadurch benötigen wir transparente und unkomplizierte Strukturen. In regelmäßigen Trainersitzungen gehen wir einen Schritt nach dem anderem, überprüfen was sinnvoll ist und was nicht und versuchen uns stetig weiter zu entwickeln.

Auch mit unseren Stammvereinen, stehen wir im regelmäßigen Austausch. Das Beste ist allerdings unsere Zusammenarbeit mit dem Jugend-Förder-Verein Bad Homburg, der eine unglaubliche Hilfe im finanziellen und administrativen Bereich darstellt.

Frage: Die aktuelle Situation um das Corona-Virus Covid-19 hat bestimmt auch die JSG getroffen. Welche Auswirkungen werden erwartet?

Kerstin: Von erwarten ist ja nun keine Rede mehr. Wir sind leider mittendrin. In der Jugend endet die Saison vor den Osterferien. Wir hatten für alle Mannschaften, Events, vom Besuch eines Bundesliga-Spiels bis hin zu einer mehrtägigen Fahrt in ein Sport- und Abenteuer-Camp geplant, die nun alle erstmal abgesagt werden mussten. Wann nach den Osterferien die neuen Mannschaften ihr Training beginnen können ist offen. Kader- und Talentförderung vom Hessischen Handball Verband sind alle bis auf weiteres abgesagt. Qualifikationsturniere vertagt. Ob und wann, was nachgeholt wird, ist unklar. Für Trainer und vor allem die Kinder eine sehr schwer auszuhaltende Situation. Wir versuchen, per WhatsApp Kontakt zu unseren Mannschaften zu halten und Trainings-, sowie Beschäftigungsübungen zu verteilen. Alle stehen in den Startlöchern, wenn es endlich wieder losgehen kann. Bis dahin verpassen wir wahrscheinlich alle Sommerturniere, die so wichtig zur Teambildung und Vorbereitung sind, vor allem, weil in den Sommerferien ja auch wieder kein Trainingsbetrieb stattfindet. Wir müssen abwarten, wann wieder was geht und dann ggf. alle etwas mehr Gas geben. Dazu ist das Engagement jedes einzelnen Trainers über das übliche Maß hinaus nötig. Ich bin mir aber sehr sicher, dass dies unser Team, die Kinder und die Eltern „rocken“ werden. 

Frage: Wie nutzt ihr jetzt die außergewöhnliche Situation?

Kerstin: Momentan sorgen Daniel und ich dafür, dass das Administrative für die kommende Saison fix ist. Passanträge, Mannschaftslisten, Finanzplanung. Selten hatten wir dafür soviel Zeit. (hahaha)

Frage: Wenn du jetzt ein Fazit ziehen würdest, worauf bist du besonders stolz, wo siehst du Verbesserungspotenzial?

Kerstin: Sehr stolz bin ich darauf, dass Daniel und ich seit 10 Jahren ein sicheres Team sind, wir können uns aufeinander verlassen und sind für einander da. Das ist nicht selbstverständlich. Ebenso glücklich bin ich über unsere sehr engagierten Trainer und die unkomplizierten Hauptvereine, sowie die langjährige Unterstützung durch den JFV. Am allerbesten finde ich aber die vielen Großen und Kleinen rotgekleideten JSG-Kinder die überall in Bad Homburg und Umgebung zu finden sind.

Verbessern können wir uns immer und überall, das ist ein andauernder Prozess. Aus Fehlern und Misserfolgen kann und muss man lernen. Und jedes Mal, wenn irgendwas so richtig schief gegangen ist gibt das Team richtig Gas. Das spornt mich an, weiter zu machen…

 

Dieses schriftliche Interview mit JSG-Chefin Kerstin Nolte führte Daniel Matuschewski

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